Open Space #BeInterNett 2019

Die Veranstaltung #BeInterNett brachte rund 40 junge, engagierte Menschen in den Erfahrungsaustausch zum Thema Hass im Netz. An zwei Tagen haben wir mit euch darüber gesprochen, wie sich dieser Hass zeigt und welche Auswirkungen er auf die Betroffenen hat. Und wir sind einen Schritt weiter gegangen: Gemeinsam haben wir begonnen Instrumente zu entwickeln, die helfen dem Hass entgegenzutreten und uns für unsere Werte einzusetzen.

Als Format haben wir dafür das sogenannte Open Space gewählt. Dies gab den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich aktiv in die Themensetzung und inhaltliche Gestaltung des Wochenendes einzubringen.

Was? #BeInterNett Open Space 2019

Wann? 28.-30.06.2019

Wo? Tapetenwerk, Leipzig

Wer? Für alle ab 18 Jahren, die Lust haben, sich für ein wertschätzendes Miteinander im Netz zu engagieren

Das Problem: Hate Speech

Das Internet verleiht eine gewisse Medienmacht. Doch medienmächtig zu sein heißt nicht automatisch, medienmündig zu sein. Und das Medium Internet ist neben allen positiven Aspekten leider auch eine Plattform für Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit.

Jüngste gesellschaftliche Entwicklungen haben gezeigt, dass Hate Speech in der virtuellen Welt direkten Einfluss auf die reale Welt hat. Demokratie- und Menschenfeinde gewinnen durch das Internet an Einfluss und bestimmen politische und gesellschaftliche Diskurse mit.

Wir möchten auf diese Entwicklungen im Netz reagieren. Gemeinsam!

Unser Ziel

Gemeinsam mit den Teilnehmenden haben wir begonnen Instrumente zu entwickeln, die wir jeder destruktiven, abwertenden oder gewalttätigen Haltung entgegenbringen können. Wir wollen gleichzeitig für unsere Werte, wie ein friedliches Miteinander oder eine respektvolle Diskussionskultur, einstehen. Denn: Hate Speech im Netz betrifft uns alle.

Ein Fokus lag dabei auf der Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus und neo-salafistischen Äußerungen im Netz. Grundsätzlich haben aber die Teilnehmenden die Themen und Fragen eingebracht, die sie bewegen und über die sie sich austauschen wollten.

Die Teilnehmenden und wir möchten alle junge Menschen dazu befähigen und darin unterstützen, sich aktiv für ein respektvolles, wertegestütztes Miteinander in den sozialen Medien einzusetzen und dem menschenfeindlichen Onlinediskurs entgegenzuwirken. Um diesen Ziel langfristig ein Stück näher zu kommen, haben wir Arbeitgruppen gegründet, die in den kommenden Monaten zu unterschiedlichen Themen weiterarbeiten werden und hier neue Formate entwickeln wollen.

Schön war's in Leipzig

Das war das Format: Open Space

Unser Open Space Format ermöglicht ein schrittweises Eintauchen in das komplexe Thema und unterstützt die Teilnehmenden als „Teilgebende“ dabei, sich zu vernetzen. Sie können dabei ihre Ideen und ihrr Wissen austauschen.

Ein Open-Space ist keine klassische Konferenz. Im Open Space seid die Teilnehmenden diejenigen, die gestalten. Sie können die Inhalte und die Themen, mit denen sie sich beschäftigen wollen, selbst festlegen. Sie können moderieren, Impulse setzen, die Ergebnisse der Tagung selbst bestimmen und nächste Schritte einleiten.

Im Open Space seid alle die Expert*innen für eure Themen! JedeR bringt sich vor Ort mit eigenen Sessions ein, aus denen dann ein gemeinsamer Session-Plan erstellt wird.

Eine Session ist ein kleiner Workshop von 45 Minuten. Ob man mit offenen Fragen in eine Session geht, deren Diskussion man moderiert, ob man Impulse gibt und eine Frage & Antwort – Runde anschließt, ein Experiment durchführen will oder… oder… oder… – im Rahmen des Open Space ist nahezu alles möglich. Die Teilnehmenden konnten bereits in der Anmeldung eine Session anmelden. Es war allerdings auch möglich, vor Ort noch eine Session zu starten.

Alle waren herzlich willkommen! Wir hatten auch einige „Profis“ eingeladen, die Impulse gegeben haben und mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung zur Verfügung stehen.

Und dann?

Damit das Ganze auch nachhaltig wirken kann, haben wir drei Arbeitsgruppen gegründet. Diese werden sich in den kommenden Monaten wieder treffen und jeweils zu ihrem spezifischen Thema weiterarbeiten. Die Ergebnisse werden wir euch hier präsentieren.

Impulsgebende

Wir hatten einige spannende Menschen eingeladen, die uns inhaltliche Impulse gegeben haben und uns mit ihrer Expertise und Erfahrung beiseite standen:

  • Ali Can, geboren 1993, ist Sozialaktivist, Autor und Leiter des VielRespektZentrums in Essen. Er ist vor allem als Initiator der „Hotline für besorgte Bürger“ sowie 2018 des Hashtags #MeTwo national wie international bekannt geworden.
  • Anna Merkel, Support-Campaignerin und (Online-)aktivistin u.a. @MSFlaschenpost
  • Moussa Al-Hassan Diaw, Islamismusforscher und Diplompädagoge
  • Streetwork@online, ein Präventionsprojekt gegen islamisch begründete Radikalisierung
  • Larissa Bothe, Leiterin des Argutraining, zum Thema Demokratische Kommunikationskultur
  • Fehime Özmen, arbeitet bei jugendschutz.net in Mainz im Bereich Politischer Extremismus. Sie befasst sich mit islamistischer Propaganda im Internet und geht den Fragen nach, wie extremistische Online-Angebote Jugendliche im Netz beeinflussen und gegen welche Jugendmedienschutzbestimmungen dabei verstoßen wird.